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Bring Licht ins Dunkle

Hobbyfotograf – so nennt sich jeder, der ein Smartphone besitzt und hin und wieder den Sonnenuntergang vom heimischen Fensterbrett aus knipst. Auf der nächsten Stufe warten diejenigen, die eine Handykamera haben, die Tiefenunschärfe simulieren kann und somit „tolle“ Effekte hervorbringt. Zu der Kategorie musste ich mich bis vor Kurzem noch selbst zählen.

Allerdings änderte sich das, als ich für ein Fach in meinem (Technik-)Journalismus-Studiengang eine fünfteilige Bilderstrecke zu einem von mir selbst ausgedachten Thema produzieren sollte. Da fingen die ersten Probleme bereits an. Meine Themenideen rangierten von Fußballplatz bis hin zur vielbefahren Autobahnschnittstelle und waren dementsprechend wetterabhängig und vor allem logistisch schwierig. Auf Straßenhöhe mit Pfützen arbeiten, während von oben nicht noch mehr Wasser nachkommt? Während Autos mit über 80 km/h an mir vorbeirasen?

Als die Abgabe näher rückte musste ich also umdisponieren und setzte mir Langzeitbelichtung in den Kopf. In meiner Heimatstadt Nürnberg gibt es viele gut zugängliche Verkehrsknotenpunkte, die auch nachts ordentlich befahren werden. Aber erstmal Google fragen wie das mit der LZB so funktioniert..

Die Einstellungen gestalteten sich erstaunlich einfach, offene Fragen ließ ich mir von einer Freundin klären, die mit Lichtmalerei bereits einige Erfahrungen gesammelt hatte. Mit der EOS 600D meines Vaters im Gepäck ging es zur ersten Station – dem Nürnberger Hauptbahnhof. Stativ, Selbstauslöser und ausreichend Betrieb auf der Straße, es konnte losgehen.

Meine Settings:

  • ISO 100
  • 20 Sekunden Belichtungszeit (variierte mit 25 und 30 Sekunden)
  • Helligkeitskorrektur -1/0/+1
  • Selbstauslöser nach zwei Sekunden (um Wackeln zu verhindern)

Eine Frage der Perspektive

Da es vor dem Hauptgebäude des Nürnberger Hauptbahnhofs vor Laternen, Straßenschildern und Strompfeilern nur so wimmelt, musste die richtige Perspektive erst gefunden werden. Also war probieren angesagt. Aus mehreren Blickwinkeln und mit wechselnder Helligkeitskorrektur bekamen die Autos in Form von roten und weißen Lichtstreifen ihren großen Auftritt. Dieselbe Technik wendete ich anschließend noch am Rathenauplatz und an der Peterskirche/Regensburger Straße an.

Am Rathenauplatz musste ich überrascht feststellen, dass dort nachts gar nicht mehr so viel los war. Glücklicherweise erwischte ich eine Straßenbahn beim Abbiegen und einige wenige Kraftfahrzeuge, die das gewünschte rot auf den Sensor brachten. Hilfreich war hier die fast schon überstrahlende Straßenlaterne, die ich als Fixpunkt wählen konnte.

Die Peterskirche als zentrales Motiv der letzten Fotos war keine schlechte Idee, ging allerdings etwas unter, da sie keine eigene Beleuchtung besitzt. Ein höherer Kontrast machte das Gotteshaus zwar erkennbarer, ließ die Straßenlaternen und Scheinwerfer jedoch alles überstrahlen. Bei eisigen Temperaturen gegen 23 Uhr setzte dann noch Nebel ein. Was ich erst missmutig als vorzeitiges Ende meiner ersten Foto-Odysee verstand, brachte aber noch einen guten Schnappschuss hervor, der es sogar in die finale Abgabe schaffte.

Fazit

Schlussendlich stellte sich die Langzeitbelichtung einfacher heraus als gedacht. Die großen Probleme waren am Ende das Wetter und der fehlende Verkehr an einer der Locations. Die technische Umsetzung gelang stattdessen überraschend gut. In der Nachbearbeitung habe ich tatsächlich nur einige wenige Pixelfehler herausretuschiert, die der Sensor am Nachthimmel hinterlassen hatte. Die Bilder aus der Galerie sind bis auf eine minimale Helligkeit/Kontrast-Verschiebung unberührt.

– Fabian Sieroka

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